3/2014 Langlebigkeit – Unterschätztes Risiko bei der Altersvorsorge

Über die Altersvorsorge wurde in den letzten Monaten immer wieder heftig diskutiert. Endlose Dialoge über „schlechte“ Renditen der Lebens- und Rentenversicherungen. Dabei sind die Lebensversicherer sehr gut durch die Finanzkrise gekommen. Es gibt auch keine Indizien dafür, dass die kapitalstarken Gesellschaften in den nächsten Jahren ihre Garantieversprechungen nicht halten könnten.
Eine durchschnittliche Guthabenverzinsung von 3,4 Prozent, trotz der Kapitalmarktverhältnisse, sollte doch eigentlich für sich sprechen. Und wo am Markt bekommt man eine garantierte Verzinsung von 1,75 Prozent?
Bei aller Diskussion über Renditen wird der Grundgedanke einer privaten Altersvorsorge, nämlich die „Versicherung“ einer lebenslangen Rente, auf unverantwortliche Weise vernachlässigt. Die Menschen werden immer älter, die Jungen immer weniger. Immer mehr Menschen droht Altersarmut, da immer weniger Beitragszahler für die Finanzierung der Renten sorgen. Die gesetzliche Rente reicht nicht mehr aus und muss um eine private Altersvorsorge ergänzt werden.

Langlebigkeitsrisiko: So ein Wort können sich auch nur die Deutschen ausdenken.

Das ist doch sehr erfreulich: wir leben immer länger und sind dabei immer länger auch aktiv und fit. Die Lebenserwartung steigt ständig weiter an.

Warum wird dann in diesem erfreulichen Zusammenhang vom „Risiko der Langlebigkeit“ gesprochen?

Ganz einfach: Fatal ist, dass der Großteil der Bevölkerung seine eigene Lebenserwartung vollkommen unterschätzt und damit falsch fürs Alter vorsorgt. Ein Viertel aller heute 35-Jährigen wird älter als 95. Und eine heute 50-jährige Frau hat noch eine statistische Lebenserwartung von 36 Jahren. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie 90 Jahre alt wird, liegt bei 38 Prozent.
Die Finanzplanung kann jedoch auch nicht auf eine statistische Wahrscheinlichkeit aufgebaut werden – denn niemand weiß, wie alt er tatsächlich wird. Wer sicher sein will, dass das Geld später reicht, unabhängig davon, ob er 70, 80 oder 90 Jahre alt wird, benötigt eine Altersvorsorge, die zuverlässig immer zahlt. Hier wird der Wert einer Rentenversicherung deutlich: Sie ist die einzige Absicherung, für die das Risiko, länger zu leben, als das Geld reicht, keine Rolle spielt. Eine Rente wird gezahlt – ein Leben lang. Und das kann im Gegensatz zu Banken nur die Versicherungswirtschaft bieten.

Wie alt werden Sie?

Möchten Sie gerne wissen, wie Ihre Chancen stehen, 90 Jahre alt zu werden? Der Rechner des Deutschen Instituts für Altersvorsorge macht es möglich: Anhand von Alter, Geschlecht und 6 Life-style Faktoren können Sie Ihre individuelle Hochrechnung erstellen:www.wie-alt-werde-ich.de
■ Margareta Lindenblatt, Ulla Echelmeyer