Text: Johannes Kraß

    In unserem Lebensalltag werden wir alle mit Hürden konfrontiert. Je nach Herkunft, Beruf, Alter und Themen sind diese Barrieren unterschiedlich hoch – und mal mehr, mal weniger gut zu überwinden.

    Die Rubrik „IT & Kommunikation“ beschäftigt sich diesmal mit Barrieren, die das Internet für viele Menschen mit sich bringt. Wir wollen mit dem Artikel bewusst machen, welche Schwierigkeiten es gibt. Und wir geben Tipps, wie Sie diese Hürden möglichst geringhalten, z. B. bei der Gestaltung Ihrer Internetseite oder auch firmeninternen Webseiten.

    Um das Arbeiten im Homeoffice geht es in der Rubrik „Mensch & Arbeit“: Ist es auch für kleinere Unternehmen sinnvoll, den Mitarbeitenden diese Möglichkeit anzubieten? Welche technischen Voraussetzungen sind notwendig? Ist Homeoffice überhaupt sinnvoll und effizient? Lesen Sie Antworten auf diese und weitere Fragen und bilden Sie sich selbst eine Meinung.

    In aller Munde war in den letzten Wochen das Thema Krankmeldung. Unser Artikel zur Rubrik „Gesundheit & Vorsorge“ beleuchtet den Umgang anderer Länder mit dem Thema und stellt die Frage, inwieweit die Lohnfortzahlung Einfluss hat auf den Krankenstand. Ebenso in dieser Rubrik finden Sie Informationen über ETFs und den Vorteil eines langen Anlagehorizonts.

    Zu guter Letzt lesen Sie in der Rubrik „Haftung & Verantwortung“ Informationen zu Photovoltaikanlagen: Wir beleuchten Fördermöglichkeiten, Motivation und Anschaffungskosten. Vielleicht hilft unser Artikel dem einen oder anderen bei der Überlegung, ob sich eine Anschaffung auch für die eigene Firma lohnt.

    Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen das Redaktionsteam der „inhalte“. 


    Zum Autor:

    Johannes Kraß, Geschäftsführer.

    Text: Klara Falke

    Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren rasant verändert, und Homeoffice ist zu einem zentralen Thema geworden. Große Unternehmen haben während der Corona-Pandemie verstärkt auf Homeoffice gesetzt und hybride Arbeitsmodelle eingeführt. Diese Flexibilität hat sich bewährt und ist nicht mehr wegzudenken. Auch in kleinen Unternehmen bleibt Homeoffice aufgrund der geringeren Anzahl an Mitarbeitenden und flexibleren Strukturen oft eine praktikable Lösung.

    Aktuelle Entwicklungen in der digitalen Kommunikation und Zusammenarbeit bieten neue Möglichkeiten, die Effizienz und Produktivität im Homeoffice weiter zu steigern. Auch die zunehmende Bedeutung von Nachhaltigkeit und Umweltschutz macht Homeoffice zu einer attraktiven Option, da es den Pendelverkehr reduziert und somit den CO2-Ausstoß verringert. Schließlich ist der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte nach wie vor hoch, und flexible Arbeitsmodelle wie Homeoffice können ein entscheidender Faktor sein, um talentierte Mitarbeitende für den eigenen Betrieb zu gewinnen und sie möglichst lange zu halten.

    In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie von den Erfahrungswerten großer Unternehmen lernen können und räumen mögliche Befürchtungen aus, damit auch Ihr Unternehmen vom Homeoffice profitiert.

    Frage: Wie können Sie die Produktivität von Mitarbeitenden im Homeoffice sicherstellen?

    Antwort: Große Unternehmen wie Siemens und SAP haben gezeigt, dass klare Zielvorgaben und regelmäßige Feedbackgespräche die Produktivität im Homeoffice fördern. Kleinbetriebe können ähnliche Ansätze nutzen, indem sie klare Aufgabenstellungen und regelmäßige virtuelle Termine einführen. Wichtig ist, Vertrauen in die Mitarbeitenden zu haben und ihnen die nötigen Werkzeuge zur Verfügung zu stellen.

    Frage: Welche technischen Voraussetzungen und Ausstattungen sind notwendig?

    Antwort: Die Grundausstattung sollte einen leistungsfähigen Computer, eine stabile Internetverbindung und sichere Kommunikationssoftware umfassen. Große Unternehmen setzen oft auf spezialisierte Softwarelösungen wie Microsoft Teams oder Slack. Kleinbetriebe können ebenfalls von diesen Tools profitieren, da sie die Zusammenarbeit und Kommunikation erleichtern.

    Frage: Welche rechtlichen und versicherungstechnischen Aspekte sind zu beachten?

    Antwort: Es ist wichtig, die arbeitsrechtlichen Vorgaben zu kennen und sicherzustellen, dass der Versicherungsschutz auch im Homeoffice greift. Große Unternehmen haben oft eigene Rechtsabteilungen, die diese Fragen klären. Kleinbetriebe sollten sich rechtlich beraten lassen und klare Homeoffice-Vereinbarungen treffen.

    Frage: Wie können Sie die Datensicherheit und den Datenschutz gewährleisten?

    Antwort: Datensicherheit ist ein zentrales Thema. Große Unternehmen setzen auf verschlüsselte Verbindungen und sichere Cloud-Lösungen. Kleinbetriebe sollten ebenfalls auf sichere Passwörter, regelmäßige Updates und verschlüsselte Verbindungen achten. Eine Schulung der Mitarbeitenden im Umgang mit sensiblen Daten ist ebenfalls empfehlenswert.

    Frage: Welche Kosten kommen auf Sie zu und wie können Sie diese minimieren?

    Antwort: Die Anschaffung von Hardware und Software kann initiale Kosten verursachen. Große Unternehmen haben oft größere Budgets, aber auch Kleinbetriebe können durch gezielte Investitionen und Förderprogramme Kosten minimieren. Es lohnt sich, nach staatlichen Förderungen und Zuschüssen zu suchen.

    Frage: Wie organisieren Sie die Arbeitszeiten und die Erreichbarkeit Ihrer Mitarbeitenden?

    Antwort: Flexible Arbeitszeiten können die Work-Life-Balance verbessern. Große Unternehmen wie Microsoft bieten ihren Mitarbeitenden flexible Arbeitszeitmodelle an. Kleinbetriebe können feste Kernarbeitszeiten festlegen und ansonsten flexible Regelungen treffen, um die Erreichbarkeit sicherzustellen.

    Die Entwicklung des Homeoffice zeigt, dass sowohl große als auch kleine Unternehmen von dieser Arbeitsweise profitieren können. Während große Unternehmen oft mehr Ressourcen zur Verfügung haben, können auch kleine Betriebe durch kreative Lösungen und Flexibilität erfolgreich Homeoffice-Modelle umsetzen. Kleinbetriebe sollten sich nicht scheuen, moderne Tools und flexible Arbeitsmodelle zu nutzen. Eine offene Kommunikation und regelmäßige Schulungen können helfen, Bedenken auszuräumen und die Produktivität zu steigern.


    Zur Autorin:

    Klara Falke arbeitet in der Unternehmens- und Personalentwicklung und beschäftigt sich gerne mit Systemen und Menschen in Veränderungsprozessen.

    Text: Theresa Bördemann, Fabian Daut, Jana Redelstein

    In unserem Alltag sind Barrieren allgegenwärtig – eine verschlossene Tür, ein breites Gewässer oder unüberwindbare Zäune. Für Personen, die beispielsweise auf einen Rollstuhl angewiesen sind, kommen weitere alltägliche Herausforderungen wie Stufen oder Treppen hinzu. Diese Hindernisse sind sichtbar und bekannt. Aber auch in der digitalen Welt gibt es eine Vielzahl an Barrieren.

    Hindernisse im Netz

    In der zunehmend digitalisierten Welt sind wir ständig online, sei es zum Einkaufen, Arbeiten oder zur Unterhaltung. Doch während das Internet für viele von uns den Alltag erheblich erleichtert, stellt es für einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung auch eine Herausforderung dar. Die digitalen Barrieren sind häufig weniger offensichtlich als die physischen Hindernisse, für betroffene Personen sind sie jedoch gleichermaßen einschränkend.

    Sie betreffen eine Vielzahl an Menschen, insbesondere jene mit visuellen, auditiven, kognitiven oder motorischen Beeinträchtigungen. Aber auch altersbedingte Veränderungen oder gewisse Situationen können dazu führen, dass digitale Barrieren zu alltäglichen Herausforderungen werden.

    Visuelle Beeinträchtigungen: Wenn das Sehen zur Herausforderung wird

    Stellen Sie sich vor, Sie möchten eine wichtige Information in Ihrem Online-Banking lesen: Der Text ist winzig klein, die Hintergrund- und Schriftfarbe sind sehr ähnlich und die Sonne strahlt auf Ihr Handydisplay. Die Bearbeitung Ihres Anliegens wird dadurch enorm erschwert. Für Menschen mit Sehbehinderungen ist dies Alltag. Potenzielle Barrieren für visuell beeinträchtige Personen sind beispielsweise zu geringe Kontraste, eine kleine Schriftgröße und fehlende Textalternativen für Bilder. Dadurch wird das Lesen der Inhalte beziehungsweise die Nutzung eines Screenreaders erheblich erschwert.

    Deshalb sollte man bei der Gestaltung eines digitalen Angebots unter anderem auf einen ausreichenden Farbkontrast, eine gut lesbare Schriftart und -größe sowie ausreichend Zeilen-, Wort- und Buchstabenabstand achten.

    Auditive Beeinträchtigungen: Wenn das Hören beeinträchtigt ist

    Für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen können Videos ohne Untertitel oder Audiodateien ohne Transkriptionen eine große Hürde darstellen. Ein Beispiel ist ein Online-Kurs, der ausschließlich auf gesprochene Inhalte setzt, ohne schriftliche Zusammenfassungen oder Untertitel anzubieten. Dies schließt gehörlose oder schwerhörige Personen effektiv von der Teilnahme aus.

    Darum sollte man bei Videos und Audiodateien immer einen Untertitel oder eine Textalternative anbieten. Dies wäre auch für Sie sehr praktisch, wenn Sie Ihr Smartphone lautlos nutzen möchten oder müssen.

    Kognitive Beeinträchtigungen: Wenn das Verstehen schwerfällt

    Personen mit kognitiven Beeinträchtigungen, wie Lernschwierigkeiten oder Demenz haben wenig Nutzen von komplexen Internetseiten. Das gilt auch für Personen, die nach einem langen Arbeitstag nicht mehr sehr aufnahmefähig sind. Beispiele hierfür sind Texte in Fachjargons wie “Versicherungsdeutsch” oder lange, verschachtelte Sätze. Dies führt dazu, dass wichtige Informationen nicht verstanden oder genutzt werden können.

    Texte werden verständlicher durch eine einfache Seitenstruktur, wenig komplexe Inhalte und einfache Formulierungen. Diese Maßnahmen zahlen zusätzlich auf eine höhere Nutzerfreundlichkeit ein. Ergänzend können Informationen in „Leichter Sprache“ angeboten werden. Hierfür gibt es ein Regelwerk, was die Verständlichkeit und Lesbarkeit sicherstellen sollen.

    Motorische Beeinträchtigungen: Wenn die Bewegung eingeschränkt ist

    Für Personen mit motorischen Beeinträchtigungen, wie z. B. Menschen mit Parkinson oder Arthritis, können kleine Schaltflächen und komplexe Navigationsstrukturen eine Herausforderung darstellen. Beispielsweise kann ein Tremor dazu führen, dass ein Button nicht bedient werden kann.

    Deswegen sollten klickbare Flächen nicht zu klein sein und eine Bedienung über die Tastatur sichergestellt werden. Hiervon profitieren auch Personen, die z. B. wegen eines gebrochenen Arms vorübergehend eingeschränkt sind.

    Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz

    Am 28.06.2025 tritt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz in Kraft. Ziel des Gesetzes ist der Abbau der digitalen Barrieren, indem grundlegende Anforderungen definiert werden. Dadurch soll allen Nutzenden ein gleichberechtigter Zugang zu Informationen und Services in der digitalen Welt ermöglicht werden.

    Das Gesetz betrifft derzeit nur Hersteller:innen, Händler:innen und Importeur:innen bestimmter Produkte und Dienstleistungen, die dem § 1 des Barrierefreiheitsstärkungsgesetz zu entnehmen sind. Kleinstunternehmen (Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz) können, je nach Geschäftsfeld, von dem Gesetz ausgenommen sein.


    Zur Autorin:

    Theresa Bördemann ist als Business Analystin tätig und koordiniert IT-Projekte im Web-Umfeld. Sie ist davon überzeugt, dass die digitale Entwicklung mit vielen Chancen verbunden ist.

    Zum Autor:

    Fabian Daut ist Business Analyst im Team Vetriebs-Vertragssysteme Architektur.

    Zur Autorin:

    Jana Redelstein arbeitet als Business Analystin in der Versicherungsbranche. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung des Kundenportals ihres Arbeitsgebers.

    Text: Andrea Weidemann

    Der Kopf sitzt zu, Kratzen im Hals, Gliederschmerzen, laufende Nase … wer kennt das nicht? Stellt sich die Frage: „Trotz schlechter Verfassung zur Arbeit schleppen oder lieber zu Hause bleiben?“ 

    Ohne finanzielle Einbußen befürchten zu müssen, können sich Arbeitnehmer in Deutschland krankmelden. Und genau das tun Beschäftigte immer häufiger. Der Krankenstand in Deutschland hat in den vergangenen Jahren immer wieder einen Höchstwert erreicht und ist auf einem Rekordniveau. Deutschland ist mittlerweile Weltmeister bei den Krankmeldungen. Arbeitnehmer in der Bundesrepublik sind im Schnitt mehr als 20 Tage pro Jahr krank, während der EU-Schnitt bei acht Krankheitstagen liegt.

    Wie ist die Lohnfortzahlung bei Krankheit in Deutschland rechtlich geregelt? 

    Höhe der Leistung: Volles Gehalt vom ersten Krankheitstag für bis zu sechs Wochen. Ab der siebten Woche erhalten Arbeitnehmer von der Krankenkasse ein Krankengeld in Höhe von 70 Prozent ihres regulären Gehalts.

    Dauer der Leistung: Bis zu 78 Wochen über einen Zeitraum von drei Jahren für dieselbe Krankheit.

    Deutschland gehört damit, im europäischen Vergleich, zu den Ländern mit einer arbeitnehmerfreundlichen Regelung. Die Arbeitgeber kostet diese Regelung jedoch eine Menge Geld. 76,7 Milliarden Euro mussten, einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) zufolge, Arbeitgeber für die Gehälter ihrer kranken und damit arbeitsunfähigen Mitarbeiter aufbringen. Damit haben sich die Kosten für die Entgeltfortzahlung binnen vierzehn Jahren verdoppelt.

    Ist das deutsche Modell der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall also überholungsbedürftig? Wie soeben beschrieben gilt in der Bundesrepublik – anders als in einigen anderen Ländern – seit Jahrzehnten die Lohnfortzahlung ab dem ersten Krankheitstag.

    Als Reaktion auf den hohen Krankenstand von Erwerbstätigen und die steigenden Kosten im System ist in den letzten Wochen über die Einführung eines Karenztages diskutiert worden. Gemeint ist damit die Aussetzung der Lohnfortzahlung am ersten Krankheitstag, bevor der Anspruch darauf beginnt.

    Das europäische Ausland geht mit Krankheit anders um als Deutschland. Der sogenannte Karenztag ist gängige Praxis. Liegt dort eine Lösung?

    Wie sieht der Rechtsrahmen in anderen Ländern aus?

    Luxemburg

    Höhe der Leistung: Arbeitnehmende erhalten in der Regel 100 Prozent des Gehalts für die ersten 77 Krankentage.

    Dauer der Leistung:  Dauert die Arbeitsunfähigkeit über diesen Zeitraum hinaus an, gewährt die Krankenkasse eine Verlängerung auf bis zu 78 Wochen.

    Niederlande

    Höhe der Leistung: 70 Prozent des Bruttogehaltes. Liegt dieser Betrag unter dem gesetzlich festgelegten Mindestlohn, muss im ersten Jahr mindestens der Mindestlohn gezahlt werden. Um das finanzielle Risiko für die Unternehmen zu minimieren, schließen viele Betriebe sogenannte Arbeitsausfall- oder Krankengeldversicherungen ab.

    Dauer der Leistung: Bis zu zwei Jahre lang müssen die Betriebe mindestens 70 Prozent des Bruttogehalts an ihre Beschäftigten überweisen.

    Frankreich

    Höhe der Leistung: Nach einer Karenzzeit von drei Tagen erhalten Arbeitnehmer eine Entgeltersatzleistung von der Sozialversicherung. Anhand der vom Arbeitgeber ausgestellten Lohnbescheinigung wird von der Krankenversicherung der Auszahlungsbetrag berechnet. Hierbei werden noch weitere Kriterien berücksichtigt, beispielsweise die Dauer der Betriebszugehörigkeit, Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden, Arbeitnehmerbeiträge, usw.

    Dauer der Leistung: Bis zu drei Jahre (vorausgesetzt der Gesundheitszustand des Arbeitnehmers rechtfertigt dies).

    Schweden

    Höhe der Leistung: In den meisten Fällen 80 Prozent des Gehalts, kann aber höher ausfallen, wenn ein Tarifvertrag besteht.

    Dauer der Leistung: 364 Tage, eine Verlängerung ist möglich, wobei das Krankengeld dann 75 Prozent des Einkommens des Arbeitnehmers beträgt.

    Die nachfolgende Tabelle zeigt die bezahlten Krankentage pro Jahr im Vergleich:

    Ausgewählte europäische Staaten, hier nur bezahlte Krankheitstage (ohne etwaige Karenztage), Vergleichsjahr 2022, Definition, Erhebungsmethoden und Gesundheitssysteme weichen voneinander ab

    Tabelle / Grafik: ZDFheute; Quelle: Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD)

    Zur Ausgangsfrage:

    Hat die Lohnfortzahlungsregelung Einfluss auf den Krankenstand?

    Man könnte annehmen, dass die Länder, die mehr Geld für Krankengeld ausgeben, auch die längsten und meisten Krankschreibungen haben. Das trifft aber so nicht zu. Hohe Krankenstände sind unter anderem ein Effekt von Wohlstand. Neben der Großzügigkeit des Systems werden Krankentage auch von der Wirtschaftslage beeinflusst. Wenn die Wirtschaft brummt und es wenig Arbeitslosigkeit gibt, steigen die Fehlzeiten. Haben wir stattdessen eine Wirtschaftskrise und hohe Arbeitslosigkeit, gehen die Fehlzeiten zurück.

    Wenn wir darüber sprechen, dass sich Menschen vermehrt krankmelden, sollte man sich aber auch die Ursachen anschauen. Der Krankenstand ist oftmals auf Langzeiterkrankte zurückzuführen, mit psychischen Problemen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

    Da könnte eine Lösung in besseren Arbeitsbedingungen liegen.

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten das Wohlbefinden und die Produktivität der Mitarbeiter zu fördern. Beispielsweise durch einen ergonomisch gestalteten Arbeitsplatz oder mit flexiblen Arbeitszeiten. Darüber hinaus können sich Angebote an Weiterbildungsmaßnahmen positiv auf das Engagement und die Motivation auswirken.

    Ein gutes Händchen bei der Auswahl an neuen Mitarbeitern und der Einsatz entsprechend ihrer Stärken können sowohl eine Über- als auch Unterforderung vermeiden. Regelmäßige Kommunikation sowie ein betriebliches Gesundheitsmanagement tragen zur Reduzierung des Krankenstandes bei.

    Quellenangabe:

    https://www.swp.de/panorama/krankentage-deutschland-eu-vergleich-lohnfortzahlungen-krankentage-geld-leistungen-72194291.html

    https://de.euronews.com/next/2023/05/30/wo-in-europa-gibt-es-die-grosszugigsten-leistungen-fur-kranke-arbeitnehmer

    https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/lohnzahlung-erster-krankheitstag-karenztag-100.html


    Zur Autorin:

    Andrea Weidemann arbeitet als Versicherungskauffrau in dem Bereich Verkaufsförderung der Krankenversicherung.

    Text: Tobias Lohel

    In der Welt der Geldanlage gibt es viele verschiedene Strategien. Dabei spielt der Anlagehorizont neben der Kostenstruktur eine enorme Rolle. Auch bei Exchange Traded Funds (ETFs) zeigt sich der Vorteil eines langen Anlagezeitraums deutlich. Doch warum ist das so?

    Der Zinseszinseffekt

    Ein langer Anlagehorizont ermöglicht es, den Zinseszinseffekt voll auszunutzen. Dieser Effekt beschreibt, wie sich Erträge summieren und das angesparte Kapital exponentiell wachsen lässt. Je länger das Geld investiert bleibt, desto größer kann sich der Effekt entfalten.

    Besonders interessant wird ein langer Anlagehorizont bei einer gleichzeitig niedrigen Kostenstruktur der Anlage wie z. B. bei ETFs. Einer der bekanntesten ETFs ist der MSCI World. Er wurde 1969 aufgelegt und umfasst Aktien aus 23 Industrieländern. Seit seiner Auflage wurde eine Durchschnittsrendite von ca. 7 % erwirtschaftet (MSCI World, 2024 – MSCI World Kurs). Wichtig: Die historische Rendite ist natürlich kein Indikator für die Zukunft.

    Keine Angst vor Kursschwankungen

    Bewegungen an der Börse sind völlig normal und lassen sich bei einem langen Anlagehorizont ausgleichen. Geben die Kurse einmal nach, bekommt der Anleger oder die Anlegerin bei regelmäßigen monatlichen Einzahlungen mehr Anteile fürs Geld. Ziehen die Kurse dann wieder an, steigt der Wert der Anteile. Dies nennt man den Cost-Average-Effekt.

    Beispiel

    Bei einer angenommenen Anlage von 47 Jahren (Alter 20-67 Jahre) werden bei einem Monatsbeitrag von 100 Euro im Vergleich zu einer Anlage von 40 Jahren (Alter 27-67 Jahre) 8.400 € mehr eingezahlt.

    Dafür steigt die Ablaufsumme um 176.162 € (unterstellte Rendite 7%).

    Quelle: https://www.finanzfluss.de/rechner/zinseszinsrechner/

    * Bei Fondsanlagen gibt es keine Garantien, daher ist Ihre persönliche Risikobereitschaft wichtig. Das Verlustrisiko trägt der Versicherungsnehmer.

    Produktauswahl

    Je nach Anlageziel und steuerlicher Betrachtung können sich verschiedene Finanzprodukte gegenseitig ergänzen. In der Praxis hat sich gezeigt, dass sich die Koppelung einer privaten Altersvorsorge mit einer betrieblichen Vorsorge und weiteren geförderten Produkten oft bewährt hat.

    Fazit

    Ein langer Anlagehorizont bietet zahlreiche Vorteile, insbesondere wenn in kostengünstige ETFs investiert wird. So kann der Zinseszinseffekt bestmöglich greifen, Schwankungen werden reduziert und mit einer ausgewogenen Finanzproduktauswahl kann das eigene Anlageziel erreicht werden. Es lohnt sich also, sich möglichst früh mit den eigenen finanziellen Zielen auseinanderzusetzen und sich kompetent beraten zu lassen.


    Zum Autor:

    Tobias Lohel arbeitet als Versicherungskaufmann im Leben Produktmanagement.

    Text: Karsten Martini

    Die Nutzung des Sonnenlichts als Energiequelle ist für uns selbstverständlich. Gerade jetzt im Frühjahr nehmen wir die Wärmeenergie der Sonne dankbar an und erfreuen uns an den steigenden Temperaturen.

    Verwandeln wir das Sonnenlicht mit Solarzellen in elektrische Energie, dann spricht man von Photovoltaik. Diese Technologie bietet eine unabhängige Stromversorgung. Beim Taschenrechner oder der Gartenbeleuchtung ersparen wir uns so Batterien oder den Netzanschluss. In etwas größerer Dimension versorgen Solarzellen Parkscheinautomaten oder andere technische Geräte ohne aufwendige Verkabelung.

    Photovoltaik war lange Zeit eine sehr teure Form der Stromerzeugung. Durch die starke Kostensenkung für Anlagenkomponenten und finanzielle Förderungen verbreitet sich die Stromerzeugung auf Dach- und Freiflächen immer mehr. Photovoltaik ist inzwischen ein fester Bestandteil unserer Energieversorgung.

    Vom Fördern zum Fordern

    Mit diesem Grundsatz wird von der Bundesregierung der Ausbau der Erneuerbaren Energien und speziell von Photovoltaikanlagen vorangetrieben.

    Grundlage ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Es hat vor über 20 Jahren das Stromeinspeisungsgesetz abgelöst und soll den Ausbau einer nachhaltigen und treibhausgasneutralen Stromversorgung steigern. Das EEG wurde über die Jahre immer wieder angepasst und erweitert. Die letzten Änderungen erfolgten 2024 mit dem Solarpaket I.

    Das Solarpaket I macht es Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen deutlich einfacher, Photovoltaikanlagen zu installieren und Solarenergie zu nutzen.

    ● Es gibt Verbesserungen für die Installation und den Betrieb von sogenannten Balkonkraftwerken.
    ● Aber auch größere Anlagen profitieren. So ist bei Anlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 100 kW die Direktvermarktungspflicht entfallen.
    ● Darüber hinaus soll der Ausbau von sogenannten Agri-Photovoltaikanlagen und Parkplatzanlagen gefördert werden. Das ermöglicht die mehrfache Nutzung von landwirtschaftlichen, aber auch von versiegelten Flächen.

    Seit dem 01.01.2023 ist der Mehrwertsteuersatz für die Lieferung von Solarmodulen und weitere wesentliche Komponenten einer Photovoltaikanlage auf 0 Prozent gesenkt worden. Das gilt für Anlagen, die auf oder in der Nähe eines Wohnhauses installiert werden.

    Gleichzeitig gibt es aber auch schon in den meisten Bundesländern eine Solarpflicht.

    In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel gilt seit 2022 die Solaranlagen-Verordnung. Sie schreibt vor, ab wann und wo Photovoltaikanlagen zu installieren sind:

    ● Auf Wohngebäuden, für die nach dem 01.01.2025 der Bauantrag gestellt wird
    ● Auf Nichtwohngebäuden seit dem 01.01.2024
    ● Auf Stellplatzflächen zu Nichtwohngebäuden mit mehr als 35 Stellplätzen seit 2022

    Diese Maßnahmen zeigen Wirkung

    Laut Statistischem Bundesamt nutzen immer mehr Unternehmen und private Haushalte in Deutschland Sonnenenergie zur Stromerzeugung. Im April 2024 waren auf Dächern und Grundstücken in Deutschland gut 3,4 Millionen Photovoltaikanlagen installiert. Die Nennleistung dieser Anlagen betrug insgesamt rund 81.500 Megawatt. Hier sind nur die Anlagen berücksichtigt, die über einen Zähler verfügen und in die Netze der öffentlichen Versorger einspeisen. Balkonkraftwerke gehören somit nicht dazu. Bei Balkonkraftwerken spricht die Bundesregierung im Oktober 2024 von etwa 730.000 im Betrieb befindlichen Anlagen.

    Einnahmequelle, aber auch Kostenmanagement

    Die Motivation für die Anschaffung einer Photovoltaikanlage ändert sich. Anfangs war die hohe Einspeisevergütung der Grund für den Einstieg in die Stromerzeugung. Für neu installierte Photovoltaikanlagen sinkt die Einspeisevergütung aber immer mehr.

    Gleichzeitig steigen die Kosten für herkömmlichen Strombezug. Außerdem verschieben sich nach und nach andere Energiequellen in Richtung Strom – aus der Ölheizung wird eine Wärmepumpe, der Verbrenner ist jetzt ein Elektrofahrzeug.

    Die Photovoltaikanlage wird somit immer mehr Teil eines modernen und attraktiven Energie- und Kostenmanagements.

    ● Der selbst erzeugte Strom macht unabhängig von sich verändernden Marktpreisen.
    ● Die überschüssige Energie kann in Batteriespeichern gelagert werden.
    ● Mit einem dynamischen Stromtarif kann gleichzeitig Strom gekauft werden, wenn der Bezug gerade günstig ist.

    Und dann rechnet sich am Ende auch der Anschaffungspreis.

    Unser Tipp

    Eine Photovoltaikanlage ist eine Investition in die Zukunft. Der passende Versicherungsschutz sichert Sie vor den finanziellen Folgen von Schäden an der Anlage selbst, aber auch vor dem damit verbundenen Ertragsausfall.


    Zum Autor:

    Karsten Martini ist Versicherungsfachwirt. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Berufserfahrung im gewerblichen Sachversicherungsbereich, insbesondere in der Produktentwicklung und Vertriebsunterstützung.

IGU e. V.