3/2026 Organspende: Eine Entscheidung, die Leben retten kann

Text: Andrea Weidemann

Fast 8.200 Menschen warten in Deutschland auf ein lebensrettendes Organ. Für viele von ihnen ist eine Transplantation die einzige medizinische Möglichkeit, ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern oder ihre Lebenserwartung zu erhöhen. Gleichzeitig stehen den Wartenden deutlich weniger Spenderorgane zur Verfügung als benötigt werden. Die gute Nachricht: Die Zahl der Organspenden hat sich zuletzt positiv entwickelt. Im Jahr 2025 spendeten 985 Menschen nach ihrem Tod mehrere Organe – die höchste Zahl seit 2012. Durch die Spenden konnten 3.020 Organe transplantiert werden. Dazu gehörten vor allem Nieren, Lebern, Herzen und Lungen. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt die Nachfrage nach Spenderorganen deutlich höher als das verfügbare Angebot. Die meisten Betroffenen hoffen auf eine Spenderniere. Dies verdeutlicht, wie wichtig jede einzelne Organspende ist und welchen Unterschied sie für die Wartenden machen kann.

Deutschland im internationalen Vergleich

Mit 11,8 Organspenderinnen und Organspendern pro Million Einwohner liegt Deutschland deutlich hinter anderen europäischen Ländern. In Spanien beispielsweise wurden zuletzt 48 Spender pro Million Einwohner registriert. Spanien ist damit Spitzenreiter. Experten führen dies nicht nur auf die sogenannte Widerspruchslösung zurück. Dort wird grundsätzlich von einer Spendenbereitschaft ausgegangen, sofern kein Widerspruch dokumentiert wurde.

Dieses System besteht in zahlreichen europäischen Ländern, darunter Österreich, Belgien, Frankreich, Italien, Portugal, Kroatien und Tschechien. Neben den gesetzlichen Regelungen sorgen aber auch organisatorische Rahmenbedingungen für eine hohe Organspendebereitschaft.

Fachleute nennen vor allem:
● Speziell geschulte Transplantationskoordinatoren in Krankenhäusern
● Strukturierte Meldeprozesse
● Intensive Öffentlichkeitsarbeit
● Enge Betreuung von Angehörigen

Der Vergleich zeigt, dass in Deutschland noch erheblich Potenzial besteht, mehr Menschen für die Bereitschaft zur Organspende zu gewinnen.

Warum die Entscheidung wichtig ist

Viele Menschen stehen der Organspende grundsätzlich positiv gegenüber. Dennoch haben sich längst nicht alle aktiv mit ihrer persönlichen Haltung auseinandergesetzt oder ihren Willen dokumentiert. Kommt es zu einer Situation, in der eine Organspende möglich wäre, müssen dann häufig Angehörige entscheiden – oft ohne den Willen des Verstorbenen zu kennen.

Ein Organspendeausweis oder der Eintrag im Organspende-Register halten den persönlichen Wunsch fest und schaffen Klarheit.

Was Unternehmen mit dem Thema zu tun haben

Auch wenn Organspende zunächst wie ein rein privates Thema erscheint, betrifft es die Gesellschaft insgesamt. Unternehmen engagieren sich zunehmend für Gesundheitsförderung und Prävention ihrer Mitarbeitenden. Informationen über Organspende können helfen, Berührungsängste abzubauen und offene Fragen zu klären. Dabei geht es nicht darum, Mitarbeitende zu einer bestimmten Entscheidung zu bewegen. Vielmehr steht die bewusste Auseinandersetzung damit im Vordergrund.

Fazit

Organspende ist ein Thema, das jeden Menschen betreffen kann – als potenzieller Spender, Angehöriger oder Empfänger eines lebensrettenden Organs. Eine bewusste Entscheidung schafft Klarheit. Unabhängig von der persönlichen Haltung ist es wichtig, sich rechtzeitig zu informieren und den eigenen Willen festzuhalten.


Weitere Informationen
www.organspende-info.de

Quellen
● Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO), Statistik Organspende 2025
● Eurotransplant
● Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)


Zur Autorin:

Andrea Weidemann arbeitet als Versicherungskauffrau in dem Bereich Verkaufsförderung der Krankenversicherung.