3/2026 Cyberversicherung: Schutz beginnt nicht erst im Schadensfall

Text: Jutta Hülsmeyer

Ein unbedachter Klick, ein schwaches Passwort oder eine täuschend echte E-Mail – oft braucht es nicht viel, damit ein Cyberangriff erheblichen Schaden verursacht. Cyberangriffe zählen mittlerweile zu den größten Risiken für Unternehmen. Ein erfolgreicher Angriff kann Betriebsabläufe lahmlegen, sensible Daten verschlüsseln und hohe Kosten verursachen.

Eine Cyberversicherung kann Unternehmen im Ernstfall finanziell absichern und den Zugang zu Spezialisten wie IT Forensikern oder Krisenberatern ermöglichen. Doch wirksamer Schutz beginnt nicht erst, wenn der Schaden bereits eingetreten ist.

Neben der Absicherung im Schadensfall rückt deshalb die Prävention immer stärker in den Mittelpunkt. Denn die beste Cyberattacke ist die, die gar nicht erst erfolgreich wird.

Der Mensch bleibt ein zentrales Einfallstor

Moderne Sicherheitstechnik ist wichtig – dennoch nutzen Cyberkriminelle häufig nicht nur technische Schwachstellen, sondern auch menschliche Fehler. Ein unbedachter Klick auf einen Link oder eine vermeintlich harmlose E-Mail kann bereits ausreichen.

Deshalb spielt das Sicherheitsbewusstsein der Mitarbeitenden eine entscheidende Rolle. Ziel ist es, für Cyberrisiken zu sensibilisieren und ein verantwortungsbewusstes Verhalten im Arbeitsalltag zu fördern.

Regelmäßige Schulungen helfen dabei, Phishing-Mails, gefälschte Webseiten oder andere Betrugsversuche frühzeitig zu erkennen. Häufig kommen dabei auch sogenannte Phishing-Simulationen zum Einsatz. Dabei erhalten Mitarbeitende täuschend echte Test-E-Mails und lernen, verdächtige Nachrichten richtig einzuordnen.

Immer mehr Versicherer integrieren daher präventive Angebote in ihre Cyberversicherungskonzepte – etwa in Form von Awareness-Plattformen, Schulungen oder Phishing-Simulationen. Auch die LVM setzt auf diesen Ansatz: Unternehmen sollen nicht erst im Schadensfall Unterstützung erhalten, sondern bereits im Vorfeld dabei begleitet werden, Cyberrisiken besser zu erkennen und zu reduzieren.

Weitere Bausteine für mehr Cybersicherheit

Ebenso wichtig ist der sichere Umgang mit Passwörtern. Experten empfehlen lange Passphrasen, die Nutzung von Passwort-Managern sowie die Mehr-Faktor-Authentifizierung. Dadurch wird der Schutz vor unbefugtem Zugriff deutlich erhöht.

Orientierung an den Empfehlungen des BSI

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, kurz BSI, stellt Unternehmen zahlreiche Handlungsempfehlungen zur Verfügung. Diese bieten eine wichtige Orientierung, um technische, organisatorische und personelle Sicherheitsmaßnahmen strukturiert umzusetzen. Auch Versicherer berücksichtigen solche Standards zunehmend bei der Risikobewertung.

Fazit: Eine Cyberversicherung ist heute ein wichtiger Baustein der Unternehmenssicherheit. Den besten Schutz bietet jedoch das Zusammenspiel aus Versicherungsschutz, wirksamen Sicherheitsmaßnahmen und sensibilisierten Mitarbeitenden – erfolgreiche Cyberabwehr beginnt mit Prävention.


Zur Autorin:

Jutta Hülsmeyer ist seit vielen Jahren in der Versicherungsbranche tätig und auf den gewerblichen Haftpflichtbereich spezialisiert.