3/2011 Mehr Rendite = mehr Rente – Sicherheit ist wichtig, aber eben nicht alles

Generationenvertrag, Versorgungslücke und Altersarmut: Alles Begriffe, die uns in den letzten Jahren immer häufiger in den Medien begegnen, die aber tendenziell nicht gerade motivieren, sich intensiver mit der eigenen Ruhestandsplanung zu beschäftigen. Dabei kann es sich hierbei doch um einen besonders schönen und – der steigenden Lebenserwartung sei Dank – einen hoffentlich über mehrere Jahrzehnte anhaltenden Lebensabschnitt drehen.

Dass die gedankliche Beschäftigung mit diesem Thema nicht sehr beliebt ist, belegen die Ergebnisse einer aktuellen Studie*. Demnach gaben mehr als 70 Prozent der Befragen an, nur ungefähre oder gar keine Vorstellungen über die voraussichtliche Höhe ihrer Altersbezüge zu haben. Vier von fünf überschätzten diese zudem massiv: Über 40 Prozent erwarten als Summe aus gesetzlicher Rente, betrieblicher und privater Vorsorge sogar 80 bis 100 Prozent ihres Nettolohnes. Nach heutigem Stand für die meisten von uns eine gefährliche Illusion.

Was also ist zu tun?

Rechtzeitige Planung und konsequente Umsetzung. Wer früh startet, erreicht sein Ziel mit viel geringerem Aufwand. Und wie soll das Geld clever investiert werden? Wichtig ist, dass es hier niemals um ein „entweder oder“ geht, sondern um eine Kombination mehrerer Möglichkeiten. Also weder „Sicherheit oder Rendite“, noch „Produkt A oder Produkt B“. Das reine – vielleicht typisch deutsche – Sicherheitsdenken kostet nachweislich Rendite und erhöht die Rentenlücke folglich noch.

Hierzu ein kleines Zahlenbeispiel:

Sparen Sie beispielsweise 30 Jahre lang 100 Euro monatlich, beträgt Ihr Kapital bei einem Zinssatz von 3,5 Prozent nur 63.121 Euro. Erzielen Sie hingegen 7 Prozent, erwirtschaften Sie satte 54.530 Euro mehr, also insgesamt 117.651 Euro. Liegt der Zinssatz also 3,5 Prozentpunkte höher, können Sie im Alter über 86 Prozent mehr Kapital verfügen. Übrigens lag die durchschnittliche Rendite aktienbetonter Mischfonds (Schwerpunkt Euroland, Stichtag 30.06.2011), laut Statistiken des Bundesverbandes Investment und Asset Management e.V. in den letzten 30 Jahren bei stolzen 8,8 Prozent.

Mehr Rendite bedeutet mehr Rente bedeutet einen entspannteren Ruhestand.
■ Hermann Mangels

* Befragung durch Fidelity International im Frühjahr 2011